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BRETT - die etwas andere Rockband


(Pressetext)

 

Ein Hinterhof im angesagten Hamburger Stadtteil Ottensen: Von aussen würde man dem schmucklosen weissen Gebäude niemals zutrauen, wie viel Kreativität und Ambition in ihm steckt. Doch hat man die „Hebebühne“ erst einmal betreten, öffnet sich ein Hort für Kunst und Kollektivität, wie man sie heutzutage nur noch selten findet. Gut eineinhalb Jahre lang haben die vier Jungs von BRETT – vor rund sechs Jahren in die Hansestadt gekommen, um hier ihren kreativen Traum zu verwirklichen – in dieser ehemaligen Autowerkstatt ein Zentrum für Kunst und Kultur jedweder Art geschaffen. Sie haben Böden geschliffen, Wände eingezogen, jede Leitung und jedes Kabel neu verlegt und neben einer extrem hübschen Veranstaltungsstätte eine komplette zweite Etage eingebaut, wo sich nun allerlei Raum für Kunst findet. Von Trommel-Workshops mit Kindern über DJs, die hier an ihren Skills feilen, und zahlreichen Proberäumen für Bands bis hin zu einem kreativen Work-Space, wo Grafiker, Event-Veranstalter und freie Künstler miteinander netzwerken und sich gegenseitig beflügeln: Hier ist alles möglich und willkommen, was den enorm kreativen Spirit bereichert. Und es ist zugleich der künstlerische Nukleus für BRETT - sowohl als Band als auch als Menschen. Drummer Stefan und Bassist Laurenz geben hier Musikunterricht, Gitarrist Felix schraubt und lötet hier seine eigenen Fuzz-Pedale zusammen – sein Arbeitsplatz sieht aus wie der eines Mad Professors. Und BRETT-Frontmann Max ist Spiritus Rector, Host sowie gute Seele der „Hebebühne“ und stets an drei Orten gleichzeitig zu finden, um wieder ein Detail noch schöner und einzigartiger zu machen. Zum Ende dieses Jahres nahm nun die „Hebebühne“ auch noch die im deutschen Bürokratie-Dschungel wohl grösste Hürde: Die Stadt Hamburg erteilte nach eingehender Prüfung eine Lizenz als offizielle Ausschank- und Veranstaltungsstätte. Nun steht auch von behördlicher Seite nichts mehr im Wege, dass die „Hebebühne“ zu einem neuen Kreativzentrum der Hansestadt gedeiht.
 
Irgendwie klar, dass in einem solch kreativen Habitat keine Rockmusik von der Stange entsteht – und wenn BRETT etwas nicht sind, dann gewöhnlich oder erwartbar. Dies zeigten BRETT bereits 2016 auf ihrer in Eigenregie veröffentlichten „EP #1“ und auf der im letzten Jahr erschienenen „EP #2“. Der von Fachleuten mit stammelnd vorgetragenen Begriffen wie „Neo-Krautrock“ oder „70er trifft Stoner“ umschriebene Stil zeigt letztlich nur die Problematik auf, BRETTs Sound in eine Schublade zu pressen. Klar ist, dass BRETT mächtig rocken, dass sie mit Jimi Hendrix und Led Zeppelin ebenso sozialisiert wurden wie mit Queens of the Stone Age und Fugazi – und dass sie (und hier wird es nun wirklich aussergewöhnlich) all das mit kämpferischen deutschen Texten garnieren. BRETT sind in ihrer Bezugsoffenheit damit das konturscharfe, herzsatte audiophile ADquivalent zu diesem kreativen (T)Raum inmitten urbaner Gesichtslosigkeit. Und doch gibt es einen grundlegenden Unterschied, wie Drummer Stefan sagt: „So viel wir hier in der 'Hebebühne' planen, so wenig planen wir das, was bei BRETT entsteht.“ Und Max ergänzt: „Das einzig wirklich Beständige an BRETT ist der Wandel und die Entwicklung. Wir wollen uns auf gar keinen Fall wiederholen, sondern BRETT als eine Plattform begreifen, wo aus denkbar unterschiedlichen Einflüssen eine Art 'Common Ground' entsteht, der sich dann immer wieder anders zu Songs formt.“ 
 

Hierzu muss man nur den Sound und Ansatz von „EP #1“, die kostenlos über ihre Homepage heruntergeladen werden konnte, und den im Frühjahr 2017 erschienenen Songs von „EP #2“ mit den neuen Songs ihres Debütalbums „WutKitsch“ vergleichen. BRETT haben mit nur zwei EPs bereits einen rockmusikalischen Spannungsbogen aufgemacht, der ihnen nun nahezu grenzenlosen Raum lässt, weiter zu forschen, zu experimentieren und Dinge auszuformulieren, die so noch nicht gesagt worden sind. Das Ergebnis dieser Forschungen veröffentlichen BRETT am 23. Februar 2018 auf ihrem Debütalbum „WutKitsch“ - und dürfte selbst jene, die die beiden EPs bereits kennen und daher wissen, mit welch unkonventionellen Mitteln BRETT ihre Rockmusik voran treiben, noch ein weiteres Mal überraschen. Denn die Band hat über diese vergleichsweise kurze Spanne bereits eine Entwicklung hingelegt, die bei den meisten anderen nicht einmal über den Zeitraum einer gesamten Bandkarriere erleben würde: Die Songs sind noch reifer und durchdachter, der Sound dagegen so spontan und urwüchsig, dass man die Band beim Hören des Albums förmlich im Zimmer stehen sieht. Doch vor allem begeistert die Diversität ihres Tuns, sowohl musikalisch wie textlich, ohne dass sie dabei jemals ihren ureigenen „Common Ground“ verlassen würden. Nur selten wurde ein Arbeitscredo, sich wirklich als Band niemals zu wiederholen, derart zwingend und vielseitig in Musik übersetzt, die ebenso fordert wie berührt.
 
Wie sehr ihre Arbeit auch von dem Ausformulieren deutlicher Gegensätze getragen wird, zeigt sich bereits im Titel des Albums, wie Sänger Max erzählt: „Der Name „WutKitsch“ trägt das in sich, was wir auf unserem Album musikalisch vereint sehen: keine Angst, Gefühle zu zeigen oder auch mal über Liebe, Vermissen oder Verlassen werden zu singen – manche nennen das „Kitsch“. Gepaart mit einer ordentlichen Menge musikalischer „Wut“ ergibt es das, für was wir als BRETT 2018 stehen.“ 
 
In ihrer ersten Single "Ein schöner Tag (schade, dass Krieg ist)" stellen sich BRETT die Frage, ob man satt und glücklich sein kann, wenn man um die Dinge weiss, die auf der Welt passieren, und beziehen damit einmal mehr klar Stellung. Max: „Prinzipiell bin ich eher ein Texter, dem das Schreiben über private Dinge näher liegt. Aber gleichzeitig halte ich es für geradezu unmöglich, ein Künstler und zugleich denkender Mensch zu sein und sich nicht dazu zu äussern, was derzeit auf der Welt passiert. Man muss ja keine erklärte politische Band sein, um trotzdem Stellung zu beziehen.“ Dies gilt auch für andere Stücke, etwa den Song „Wüste“, der die kulturelle Verarmung der Mainstream-Kultur umreisst, insbesondere in ihrer Heimatstadt Hamburg: „Wieso ist alles immer so gleich?“ oder „Wieso ist stumpf wirklich Trumpf?“ fragt man sich – und so ist auch das Abbild der „Wut“ inhaltlich auf dem Album vertreten. In „Dein Autotune“ behandeln BRETT Oberflächlichkeit vs. Sinn des Lebens, und Songs wie „Hausprophet“, „Olymp“ oder „Medizinmann" geben tiefe Einblicke in die Gefühlswelt des Sängers Max und widmen sich sehr persönlichen Themen: die grosse Liebe, Interkulturalität, Trennung, Verlassen werden, Optimismus, Euphorie oder wie es ist, sein Leben selbst zurück gewinnen zu müssen. Alles gespeist aus persönlichen Erfahrungen, die Max dieses Jahr gemacht hat. Und damit beweisen BRETT, dass selbst die unschönsten Ereignisse das Potenzial in sich tragen, in etwas Gutes und Produktives verwandelt werden zu können.
 
Auf dieser Reise ins eigene künstlerische Ich werden BRETT von Beginn an von einem der Grössten unter den deutschen Produzenten begleitet: Franz Plasa (u.a. Selig, Rio Reiser, Udo Lindenberg u.v.m.), sozusagen „der deutsche Rick Rubin“, den Sänger Max „nicht nur als einen Freund, sondern letztlich als einen echten Mentor“ bezeichnet. Er entdeckte BRETT zu einem sehr frühen Stadium – und aufgrund der Lust, Hingabe und Chuzpe, mit der sich diese vier Mittzwanziger ans Werk machen, „bekam er grosse Lust darauf, mal wieder eine Band von Anbeginn zu begleiten“, wie Max sagt. Seitdem haben BRETT alle ihre bisherigen Songs auch in Plasas legendären Hamburger H.O.M.E. Studios aufgenommen. Tatsächlich geht sogar der Bandname auf Plasa zurück: „Eines Morgens wachte er auf“, erzählt Max, „und dachte: Diese Band muss unbedingt diesen Namen haben. Dagegen hatten wir nichts einzuwenden“, lacht er – und wie könnte man auch. 
 
Zusammen mit ihm ging man nun auch bei den Aufnahmen zum Album neue Wege: So baute der eingangs erwähnte „Mad Professor“, Gitarrist Felix, für die Aufnahmen eigens einen neuen Gitarrenamp selber – mit dem Ergebnis, das ihnen auf Konserve etwas gelungen ist, woran die meisten anderen Rockbands scheitern: den Druck und die Energie ihrer scharfkantigen Gitarren ohne jeden Intensitätsverlust in die Aufnahmen zu retten. „Es ist vermutlich eines der grössten Probleme für Rockbands im Studio: Wie kriege ich die Wucht und den Bauch einer Livegitarre aufs Band? Andere probieren dafür dann zwei Dutzend Amps aus und sind immer noch nicht am Ziel. Wir dachten uns: Dann bauen wir eben einen eigenen, der genau das kann“, erzählt Max. „Denn letztlich stand vor allem ein Ziel bei uns im Mittelpunkt: Dass BRETT auch im Studio exakt so klingen, wie sie im Konzert klingen. Dieser Sound, diese Form des Daseins ist der natürliche Lebensraum von BRETT – und damit auch essenziell für die Platte gewesen.“ Denn dass BRETT sowieso und vor allem auch LIVE das halten, was ihr Name verspricht, konnte 2017 auf diversen Gigs ihrer ersten eigenen Release-Tour, einer JägerMusic „Kneipentour“, Supportgigs u.a. für VAN HOLZEN oder IN EXTREMO und auf ihrem ersten Festivalsommer 2017 (inkl. Vainstream, Mini Rock, Deichbrand, Feel Festival, Open Flair, c/o pop

Festival u.v.m.) unter Beweis gestellt werden. Max: „Ich denke, der Spannungsbogen an Publikum, für das wir dieses Jahr gespielt haben, könnte breiter nicht aufgestellt sein. Von Techno-Festival bis zum Altherren-Event war echt alles dabei. Mit der Erkenntnis, dass zwar natürlich nicht immer alles super funktioniert – dass es aber andererseits immer, egal wo, zumindest ein paar Leute darunter gibt, die mögen und verstehen, was wir da tun. Es freut mich schon sehr, wenn nach dem Konzert jemand kommt und uns sagt: 'Du, so harte Rockmusik ist ja eigentlich überhaupt nicht mein Ding, aber ihr habt mich echt berührt und mitgerissen. Ein viel grösseres Kompliment kann man uns gar nicht machen. Denn darum geht es bei der Kunst doch letztlich auch: Menschen für Dinge sensibilisieren und zu begeistern, mit denen sie bislang überhaupt nichts anzufangen wussten.“
 
Das im Frühjahr 2018 erscheinende Debütalbum „WutKitsch“ wird auf dem Stuttgarter Label “Chimperator” veröffentlicht, das seit fast 20 Jahren mit Künstlern wie Cro, Teesy, den Orsons u.v.m. als eines der erfolgreichsten unabhängigen deutschen Independent- Labels unterwegs ist. Und dass BRETT nicht nur ungewöhnlich, sondern eindeutig herausragend in der deutschen Musiklandschaft sind, hat das Label bereits ganz früh erkannt. Ihr Statement in einer der ersten offiziellen Kommentare zum Label-Signing der Band zeigt noch immer, wohin die Reise gehen wird: „Seit Jahren nimmt Chimperator Künstler unter Vertrag, die gut sind. Egal ob Dancehall, Rap oder Rock. Und weil BRETT gut sind, haben wir BRETT gesigned. Im Weichspüler-Mix von EDM und MOM / Musik ohne Meinung finden wir, dass es wieder an der Zeit ist, etwas zu sagen.“ 

 

Tracklist: WUTKITSCH

 

1. Ein schöner Tag (schade, dass Krieg ist)

2. Dein Autotune

3. Medizinmann

4. Wüste

5. Das mit dem Hund tut mir leid (2018)

6. Himalaya

7. Dein Prophet

8. Kollisionen von Millionen (2018)

9. Bono 10.Olymp

11.Wir (für Giti)

 

CD bestellen: Release 23.02.2018

 

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