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IRON MAIDEN - Sänger Bruce Dickinson gibt der Musikindustrie eine Mitschuld an ihrer Talfahrt


 

Beim São Paulo VTEX Day 2018 vor einigen Tagen hatte der IRON Maiden-Sänger klare Worte Richtung Musikindustrie geschossen, warum die Verkaufszahlen so drastisch gesunken sind. Alles begann mit dem ersten digitalen Filesharing-Anbieter NAPSTER, der 1999 startete. Obwohl NAPSTER schon 2001 seine Tore wieder schliessen musste, animierte dieser andere wie KAAZA, gratis Musik online anzubieten. In diesen Jahren wurden viele Nutzer dieser Dienste auf Schadenersatz verklagt, um auf das Copyright-Recht der Songs aufmerksam zu machen. Dickinson führte weiter fort, dass das Gratis-Download-System ein guter Weg sei, den potenziellen Kunden ihre Ware näher zu bringen. Im Gegensatz zu der Musik-Industrie merkten viele Bands schnell, dass es eine gute Gelegenheit ist, was man deutlich in den letzten Jahren sah, wo bekannte Bands ihr neues Album vor der Veröffentlichung gratis online stellten und trotzdem sehr hohe Verkaufszahlen erzielten. Das Bands wie KISS oder METALLICA dies anders sahen, zeigt eher, dass besonders die sehr reichen Musiker eher noch geldgeiler sind und es mehr darum geht bei ihnen.
 
Dickinson:
"Und sie glaubten, dass dieses Download-Phänomen einfach wieder verschwinden würde. Aber so kam es nicht, und sie taten auch überhaupt nichts dagegen. Sie sahen nicht, dass die Downloads ein toller Weg sind, den Fans (nennen wir sie Kunden) ihre Bands näherzubringen. Viele Bands taten genau das, zeigten sich up-to-date und nutzten das Internet, im Gegensatz zu den Labels."
 
Als SWISS ATTACK als Print-Musik-Magazin in den 90ern am Schweizer Kiosk erhältlich war, zeigten die Schweizer Plattenfirmen besonders, dass Geiz geil ist. Obwohl es das einzige Schweizer Hard & Heavy-Magazin am Kiosk war, hatte es praktisch keine Plattenfirma nötig, Inserate zu schalten, obwohl unsere Preise sehr niedrig waren und sie es quasi aus der Kaffee-Kasse bezahlen konnten, übertrieben gesagt. Heute, in der Zeit der Online-Medien, sieht es nicht anders aus, es ist sogar noch viel mieser geworden, da man in den 90ern wenigstens noch Vorab-Tapes und CDs für die CD-Reviews als "Lohn" bekam, und dies noch Monate vor der Veröffentlichung. Heute wird man mit genau diesen Download-Links abserviert, denen die Plattenfirmen Schuld an ihrer Misere geben. Das ist einer der Gründe, wieso SWISS ATTACK keine CD-Reviews mehr macht und auch selten Interviews.
 
Praktisch alle Schweizer Online-Webzines arbeiten gratis, während die Plattenfirmen ihre Werbung in gratis Print-Magazine setzt, die niemand liest und die ihre Leserzahlen um ein Vielfaches zu hoch angeben, zudem werden immer mehr private Promotion-Firmen dafür bezahlt, die zahlreichen Webzines mit Infos per Mail zu versorgen/belästigen! Und natürlich arbeiten die alle für gutes Geld, nur wir Webzines dürfen weiter gratis arbeiten. Klar müssen wie das Ganze nicht machen, es zwingt uns ja niemand, doch im Endresultat sind es die Kleinen, die das Ganze GROSS machen!

 

Von Andy Trepp