24.11.2017


Zum 10-jährigen Jubiläum der Oltener Hard-Rock-Power-Metal-Band veröffentlichten die sympathischen Jungs am 28. Oktober 2017 eine EP mit dem Titel "Today's World“. Das Ganze wurde ordentlich mit einem Konzert im Zürcher Kulturkeller Höngg gefeiert. Als Support stimmten ASTERION aus Zürich das zahlreich erschienene Publikum auf den Abend ein, bevor CRASHTIME die Bühne betraten und ordentlich Gas gaben. Nach einer kurzen Umbaupause gab die MOTÖRHEAD-Tribute-Band KILMISTER, die als Special Guest eingeladen wurde, nochmals ordentlich Gas und liess unsere leider verstorbene Kult-Ikone Lemmy nochmals aufleben. Ein gelungener Abend mit vielen fröhlichen Gesichtern. Natürlich wollten wir mehr über die Entstehung der EP und die neuen Songs erfahren und so standen mir Gitarrist Barry und Sänger Al Rede und Antwort.

 

Von Andy Trepp

Ihr besteht nun seit 10 Jahren, "Today's World" ist nach der 2011 erschienen selbstbetitelten EP nun euer zweites Werk, diesmal mit ausschliesslich eigenen Songs. Euer Titeltrack "Today's World" beschreibt die momentane Situation auf unserem Planeten in einer Welt voller Terror, Angst und extremer Medienmanupulation. Klar ist dieser Zustand nicht neu, nur leben wir heute in einer modernen Welt, wo man denken sollte, sowas sollte nicht mehr vorkommen. Leider wissen die meisten nur das, was sie in den Propaganda-Medien vorgegaukelt bekommen und glauben diesen Schwachsinn noch. Dass eine Handvoll steinreicher Kreaturen dies alles bewusst steuert weiss leider nur ein Bruchteil unserer zu Natel-Zombies degenerierter, verdummter Sklaven-Gesellschaft. Glaubst du, dass es noch Hoffnung gibt oder werden wir in 10 Jahren nur noch gechipte Eunuchen sein?

Al:

Es wird immer Leute geben, die an die Zukunft glauben und sich gegen die Sklaverei einsetzen werden. Aber klar gehen viele den einfacheren Weg und bestärken die Leute an der Macht, welche wir in „Today’s World“ als demokratische Diktatoren beschreiben, die den Finger am berüchtigten roten Knopf haben. Obwohl auch diese Typen eigentlich nur die Vorzeige-Marionetten eines Systems sein könnten und theoretisch gar keine Entscheidungsmacht besitzen…wer weiss das genau?

Barry:

Uhhhiii da sprichst du aber ein ganz heisses Thema an. Ich probiere mal meine Sicht der Dinge darzustellen. Wenn du unsere sprunghaften Entwicklungen in der Technologie, Medizin, Biologie usw. anschaust, kann einem ja Angst und Bange werden. Heute ist ja "fast" alles möglich, wenn du nur genug finanzielle Ressourcen zur Verfügung hast. z.B. eine lückenlose Überwachung von einer Person (kann jeder sein) ist ja heute schon Realität geworden. Es mag ja unter gewissen Umständen durchaus seine Berechtigung haben, nur wer kann das noch kontrollieren, du wirst zum gläsernen Objekt. Die junge Generation wächst mit dieser Situation auf, für sie ist dies schon "normal" und wie ich finde nicht ganz unbedenklich. Für mich als schon älteres Semester hat es noch eine Kindheit ganz ohne diese schnelllebige, globalisierte Wegwerfgesellschaft gegeben, diese Zeit, auch einmal nur sich selbst sein zu können (ohne Druck von aussen), nehme ich mir auch heute noch manchmal einfach raus (auch auf der Bühne, grööhhhlll).

Aber im Ernst jetzt, ein Thema gibt mir allerdings immer mehr zu denken, bei uns, nein besser gesagt global gesehen gibt es für alles und nichts einen Spezialisten oder Freak, Nerd oder wie die immer auch genannt werden. Aber mir fällt auf, dass die Allgemeinbildung doch sehr zu wünschen übrig lässt bei vielen Leuten. Ich denke, nur dann kann man auch etwas Realismus im Leben entwickeln und wird nicht "wie du schon gesagt hast" von den Propaganda-Medien gesteuert.

Es fällt auch auf, dass gewisse Werte der Gesellschaft wie Anstand, Respekt und Verantwortung langsam durch Gleichgültigkeit ersetzt werden. Dies regt schon zum Nachdenken an, es liegt aber bei jedem einzelnen, etwas dagegen zu tun und nein, ich will keinen CHIP in mir...hiihii.

 

In letzter Zeit haben unzählige Bands im Hard-Rock-Metal-Bereich Alben mit dem berühmten Illuminati-Dreieck auf ihren Cover, als Beispiel unsere Schweizer SAMAEL, CELLAR DARLING oder die Hard-Rocker von EUROPE oder TRIVIUM. Viele dieser Bands sind bei Labels unter Vertrag, die zu diesem manipulativen Pyramiden-System gehören. Sie steigen also mit der Hure ins Bett, die sie in ihren Songs besingen. Im Hip-Hop- und Pop-Business wird deutlich gezeigt, wie das alles zusammenhängt. Zum Beispiel BUSHIDO und seine Kumpels bringen regelmässig Videos heraus, in denen zufälligerweise viele Sequenzen vorkommen, die kurz nach der Veröffentlichung ihrer Clips geschehen, wie die Terror-Anschläge in Paris etc. Auch sind viele Anschläge False-Flag-Anschläge (False Flag), um den Terror und die Angst davor bei den Menschen zu schüren, da man sie so besser kontrollieren kann. Hat die Rock-Szene keine Eier mehr oder denkst du, für Geld machen halt auch Rock-Musiker alles?

Al:

Generell ist es mit dem Einzugsgebiet Schweiz echt schwer, als Metaller von der Musik leben zu können. Dass man im umliegenden Ausland durch die grössere Population eher vom Metal leben kann, daran besteht aus unserer Sicht kein Zweifel. Jedoch haben auch schon vor einigen Jahrzehnten Künstler aus allen Sparten gesagt: egal wie und was, aber Hauptsache Presse!

Durch diese Einstellung und dieses Verhalten teilt sich wohl die Spreu vom Weizen. Einige werden um jeden Preis Musik machen wollen und andere werden solche Vorgehensweisen resp. solche Knebelverträge nicht unterschreiben oder sich nicht für alles hergeben. Man denke nur an die diversen Homestorys, von denen uns nicht mal alle Metaller verschont haben. Von der zweiten Sorte werden es leider eher sehr wenige schaffen, von alleine ganz nach oben zu kommen.

Barry:

Hmmm....das, was du hier beschreibst, mag durchaus stimmen. Aus meiner Sicht kommt es in erster Linie darauf an, wie deine Ambitionen im Musik-Business sind. Wenn es dein Ziel ist, ganz nach oben zu kommen, gilt es sicher, ganz vielen Verlockungen zu widerstehen. Dann kommt noch die grosse Unbekannte dazu, dein engstes Umfeld, das heisst Management, Label, Agenturen, Veranstalter usw. Alle wollen was vom Kuchen abhaben und vielleicht noch ein bisschen mehr. Aber weisst du was? Da bin ich froh, das wird uns nie passieren...laut lach ;-))

Wir können selber entscheiden, wo wir unsere Gigs spielen oder nicht und zu welchen Bedingungen.

Klar bist du als kleine Band nicht das Mass aller Dinge, aber die ganze Sache selber in der Hand zu haben ist schon beruhigend.

Darum macht es uns auch eine Menge Spass, die Bühnen der Schweiz und manchmal auch im benachbarten Ausland zu rocken. Leider wird heutzutage mit der Angst der Leute sehr gerne und auch oft gespielt. Meine persönliche Meinung halte ich so: wenn du dich leiten lässt von der Angst, es könnte was passieren, hast du schon verloren und "die" haben ihr Ziel erreicht. Es kann aber nicht schaden, mit ein wenig gesundem Menschenverstand durchs Leben zu gehen und seinen eigenen Weg zu finden. Auch wenn es manchmal nicht angenehm ist, gehört dies zum Leben dazu, deinen richtigen Platz als Individuum in der Gesellschaft zu finden. Ich höre jetzt besser auf, über dieses Thema zu quasseln.

 


 

Kommen wir wieder zu eurer neuen EP und den zweiten Song "Howling Wolf". Diesen Song habt ihr bereits 2016 mit einem sehr gelungenen Musikvideo (Clip), das zeichnerisch gestaltet wurde, auf YouTube gepostet. Wer hatte die Idee dazu, wer hat es umgesetzt und worum geht es in dem Song?

Al:

Besten Dank für diese Frage! Wie die Idee genau entstanden ist, ist nicht eindeutig dokumentiert.

Dass wir ein gezeichnetes Video machen könnten, war bandintern schnell entschieden und jeder hat so seinen Bekanntenkreis. Die zeichnende Hand gehört Franz Zumstein, er ist ein sehr sympathischer und begabter Schweizer Künstler. Web: >>>

Wir haben uns, unserer Meinung nach, beim besten Karikaturisten der Region gemeldet und ihm von unserer Idee erzählt. Er war skeptisch und ziemlich ausgebucht, aber nicht abgeneigt. Als er unseren Song gehört hat, meinte er, er sehe das Endprodukt quasi schon vor sich und dann ging das Projekt los.

Wenn man den Text liest, ist ja klar, dass da eine Art Verwandlung (Metamorphose) vor sich geht und sich ein Mensch in einen Wolf verwandelt. Aber eigentlich geht bei dem Text die Post eher zwischen den Zeilen ab. Es ist doch oft und in diversen Situationen so, dass derjenige, der am lautesten ruft, auch den Zuspruch erhält, und so verwandeln sich ja oft auch „die Guten“ in Wölfe.

 

Der Song erinnert mich stark an IRON MAIDEN. Gehören Maiden zu euren Lieblingsbands oder ist dies Zufall?

Al:

Man sagt ja immer, dass es keine Zufälle gibt im Leben ;-)

Also uns ehrt ja die Frage schon fast ein wenig. Klar hat uns Iron Maiden in unserer Jugend mitgeprägt, aber rein vom kompakten Stil des Songs ist es nicht ein „Maiden-Ableger“. Aber der mittlere Riff hat sicher einen ähnlichen Drive vom Melodiösen her gesehen.

Barry:

Da ich mit dem Heavy Metal der 80er gross geworden bin und selber diese Art von Metal liebe, liegt es nahe, dass Iron Maiden eine meiner ganz grossen Bands sind.

Ob wir (oder besser gesagt ich) jetzt die musikalischen Feinheiten eines Kalibers wie Iron Maiden mitbringen, darf doch bezweifelt werden. Aber sicher beeinflussen solche Bands immer beim Songs schreiben, ob man will oder nicht (lautes Lachen).

 

Der Song "Disappear" geht wieder ins Negative, was ist genau die Aussage dieses Songs?

Al:

Worum es sich beim Text handelt ist ja offensichtlich, jedoch geht es immer darum, was und welche Erwartungen gehegt werden und wie man sich gegenseitig begegnet. Obwohl jedoch im weitesten Sinn ein „geschäftliches“ Verhältnis besteht, können auch da die menschlichen Gefühle einfach nicht alles verbergen…so nach dem Motto „wenn die Masken fallen“.

 

Der letzte Song "King or Clown" erinnert mich an die Storys über die englischen Monarchen, die öfters in den Medien erscheinen, über ihren Nachwuchs, der immer so dargestellt wird, als seien dies liebe Kinder, die mal ehrliche Erwachsene werden, was die Masse ja auch glaubt und sie glorifiziert. Tatsache ist jedoch, dass das englische Königshaus und auch alle anderen Monarchien uns seit Jahrhunderten ausbeuten und versklaven und dass diese Blutlinien die grössten Psychopathen und Satanisten auf unserem Planeten aufweisen. Natürlich gelten solche Sachen immer als Verschwörungs-Theorien. Ein Wort, das natürlich extra benützt wird, um Wahrheiten als falsch darstellen zu lassen. Solche Themen kommen ja oft vor im Metal-Bereich. Mich dünkt es jedoch, dass viele Fans solche Texte als Fantasietexte verstehen!

Al:

Oberflächlich gesehen könnte man natürlich sagen, dass wir genau so eine Geschichte beschreiben. Aber klar, jeder ist doch mal im Leben an der Stelle eines Kings ,wenns mal rund läuft. Dann steht man wieder mit beiden Füssen fest auf dem Boden und es geht weiter. Aber die, die immer oben sind und dann mal einstecken müssen, fallen halt tiefer und härter. Jeder kommt sich doch ab und zu als Clown vor. Wir wollen uns selber auch nicht so ernst nehmen. Der Song soll an die Werte erinnern und einem zu denken geben, wo man gerade steht. Auch ein grosser Fisch, der die kleinen frisst, kann auf hoher See plötzlich in ein Fischernetz geraten. Auch hier passiert ja mehr zwischen den Zeilen als beim Monarchen selber. Als Künstler hat man doch das Privileg, sich bzgl. dieser Themen frei zu bewegen und wahrscheinlich sogar die Aufgabe, darüber zu berichten.

 

Die Szene nörgelt immer über sinkende Albumverkäufe, trotzdem sehen wir wöchentlich Rock-Metal-Acts in den vorderen Rängen der Verkaufs-Hitparaden weltweit! Ist es nicht zu einfach zu sagen, dass wenn man weniger verkaufe sei die Downloadpiraterie daran schuld, statt einzugestehen, dass man einfach zu wenig richtige Fans hat. Ein Fan möchte doch das Produkt in seinen Händen halten, oder?

Al:

Das sehen wir auch so, es geht nichts gegen Hardware, sogar Vinyl ist seit einiger Zeit wieder hip. Aber das mit dem „Fan“ sehen wir bei CRASHTIME etwas differenziert. Wir sprechen unser Publikum in unseren Newslettern immer als CRASHTIME-Freunde an. Früher kreischte doch das Publikum hysterisch, wenn sie ihre Idole sahen – okay die Schweizer sind da reservierter – aber generell erwartet doch das Publikum eine Leistung für sein Geld. Wir sehen uns als Live-Band und so wollten wir die Live-Power, die wir haben, nun auch auf Tonträger zugänglich machen.

Barry:

Ich finde, ein ganz wichtiger Punkt vergessen viele Bands einfach: heute musst du dir die Fans hart erarbeiten. Es reicht einfach nicht mehr, einen geilen Silberling auf den Markt zu werfen und zu denken, alles andere komme von selber. Für uns macht es vom Grundgedanken her keinen Unterschied, ob 5 oder 200 Leute an unsere Konzerte kommen. Jeder einzelne Fan, der heutzutage Zeit und Geld aufbringt, uns live zu sehen, hat ein Recht auf eine gute Show. Wir hatten schon Shows mit nur ca. 20 Fans, aber da ging die Post genauso ab, so dass es einfach schon deswegen riesigen Spass macht, auf der Bühne zu stehen.

Grundsätzlich muss heute eine Band einfach damit klar kommen, dass es in der jetzigen digitalen Welt anders läuft als noch vor 30 Jahren und das Defizit wieder mit guten Live-Shows wettgemacht werden muss.

 

Ich persönlich downlade jeden Morgen alles, was mich interessiert um reinzuhören. Es ist einfach eine Tatsache, dass nur sehr wenig hängen bleibt, dass es nur Abklatsche der grossen Bands sind. Und wenn man ehrlich ist, hört doch jeder am meisten seine Lieblingsbands und ist mit diesen gesättigt. Wie läuft es mit dem Verkauf eurer neuen EP?

Al:

Die EP läuft auf zufriedenstellendem Niveau, denn unser Werbe-Etat ist ziemlich bescheiden und momentan sind wir auch noch auf keiner elektronischen Download-Plattform zu finden, kommt aber noch. Das Ziel der EP war, CRASHTIME nach aussen klar zu positionieren, denn wir sind ja, wie du es eingangs beschrieben hast, aus der Cover-Schiene zu unserem Power-Metal gekommen. Wie erwähnt sind wir vor allem Künstler, die gerne Musik machen und wir erhoffen uns durch die neue EP mehr Chancen bei unseren Bewerbungen für Auftritte. Punkto Vermarktung werden wir wie erwähnt noch nachlegen.

Barry:

Sich in der heutigen Zeit bei so vielen Bands abheben zu können ist doch schon mal ein riesiger Erfolg, wenn eine Band das erreicht. Ich persönlich habe schon meine Lieblingsbands (sind aber viele ;-)) die ich immer wieder gerne höre, nur live gehe ich lieber in kleinere Clubs und höre mir sehr gerne nationale Bands an. Im kleineren Rahmen macht dies für mich einfach viel mehr Spass, als mich da bei Tausenden von Leuten für alles (Getränke, Essen, Bühne usw.) durchkämpfen zu müssen.

 

Zum Thema Auftrittsmöglichkeiten: ich habe mal gepostet, dass kleine Bands fast keine Autrittsmöglichkeiten mehr hätten, wären alle staatlich finanzierten Einrichtungen morgen geschlossen. Das ist eine Tatsache. Natürlich kam da auch nur die Beleidigungsschiene. Wieso können Bands nicht einfach ehrlich sein und solche Sachen akzeptieren. Sind Schweizer Musiker zu eingebildet dafür?

Al:

Diese Aussage ist sicher kein Grund, gleich auf die Barrikade zu gehen. Fakt ist, dass jede grosse Band mal klein begonnen hat. Im „Olten Hammer“ hatten in den 70ern ausländische Bands auf Heads von lokalen Bands gespielt - um nicht allen „Gerümpel“ um die Welt zu transportieren. Diese Bands wurden später weltweit bekannt.

Also ohne Support von irgendeiner Seite geht’s nicht, jedoch läuft heute einfach sehr viel. Wir in der Schweiz haben ja die Qual der Wahl…fast an jedem Samstag hat es Konzerte zu Hauf, Fussball oder andere Zuschauermagnete, und die Schweiz zählt nun mal keine 80 Millionen Einwohner wie z.B. unser nördliches Nachbarland. Wenn da ein Fussballstadion von Menschen geflutet wird, hat es immer noch paar hunderttausend Menschen, die an ein Metal-Konzert gehen können ;-), um mit uns mitzusingen.

Barry:

Da der Metal in der Gesellschaft nicht den Stellenwert hat, den er eigentlich verdient hat, sind die finanziellen Zuschüsse von Bund, Kanton und Gemeinde für solche Lokalitäten doch eher bescheiden.

Trotzdem gibt es ganz viele, kleine und mittelgrosse Lokale und Clubs, die unermüdlich Konzerte durchführen und auch gut für die Bands schauen, auch wenn jetzt nicht der grosse Gewinn zu erwarten ist. Ich habe grossen Respekt diesen Clubs gegenüber, die dies so durchziehen, um lokale und regionale Bands damit zu unterstützen. Crashtime durfte das auch schon diverse Male erfahren/geniessen und wir hoffen natürlich, dies noch lange weitermachen zu können.

 

Ihr habt ja kürzlich die Zusage für ein kleines Festival bekommen mit den üblichen Bands, die man öfters bei solchen sieht. Für euch natürlich toll, meistens werden diese Festivals von einer der Bands, die da spielt, organisiert. Schliesslich kommen da meistens um die hundert Leute, davon die Partner/Innen der Bandmitglieder und ihre Kollegen. Neue Leute spricht das meistens wenig an. Wie sieht es bei euch allgemein mit Konzerten aus, ist es schwierig, bei so vielen Konzerten von grossen Bands Auftritte und auch genug Zuschauer zu bekommen?

Al:

Ja, es ist der Hammer, dass wir an diesem Festival auftreten können. Wenn wir lokal auftreten, kommen mittlerweile schon ein paar Leute zusammen.

Mit unseren neuen Songs sprechen wir vermehrt neues Publikum an, das den bestehenden Kreis erweitert. Wir werden ja auch für Partys gebucht und im letzten Sommer haben wir sogar ein Hochzeit gerockt. Wir können Power-Metal und Party, was uns sicherlich hilft, denn seit wir vor 10 Jahren angefangen haben, ging es immer stetig aufwärts, was sehr motivierend ist und für uns befriedigend, denn oft hat ein Auftritt wieder zu neuen Verbindungen geführt und da wir – wie du beschrieben hast – anders sind, können wir sowohl Support-Act wie Headliner sein. CRASTHIME ist so aufgestellt, dass unsere „Freunde“ einen geilen Abend mit uns verbringen (können/sollen) und sich entweder unbeschwert berieseln lassen,  um die Alltagsstrapazen zu vergessen oder halt einfach unsere Melodien mitsingen und mitfeiern. Das Geile daran ist ja, dass bei uns das Publikum auch mitsingt, obwohl es die Songs gar nicht kennt, im Gegensatz eines z.B. 30jährigen AC/DC-Songs. Das macht sowohl dem Publikum wie auch uns Spass ,und das ist auch unsere Motivation. Einfach geil so!

Barry:

Du sprichst das Swiss Metal Masters 2018 an. Ja klar freuen wir uns riesig, da mit an Bord zu sein. Wenn du schaust, welche zwei Headliner da spielen... aus meiner Sicht sind Poltergeist und Gonoreas schon zwei Bands, die sicher ganz oben in der Schweizer Metal-Szene mitmischen. Vor allem Poltergeist hörte ich schon 1986, damals noch als Carrion (mit „Evil is There“ auf LP) unterwegs.

Und ich bin mir sicher, dass mehr als 100 Leute an das Masters 2018 kommen, und wir werden es in vollen Zügen geniessen! Was unsere Gigs betrifft, sind wir sehr zufrieden, aus vormals intern abgemachten 8 Gigs im Jahr sind es inzwischen schon 10 Gigs geworden. Mal sehen, was uns 2018 Schönes bringt. 3 Gigs sind für 2018 schon in der Pipeline.

 

Ich sah in den letzten 10 Jahren fast 20 Club/Bars etc., die zugemacht haben, nachdem sie eine Weile kleinen Bands die Möglichkeit boten, aufzutreten! Meine Konzertreihe in der Neugasshof Rock-Bar in Zürich nicht dazu gezählt, da wir viele Besucher hatten, ich jedoch keine Lust mehr, es zu machen. Als Webzine mit einer der ausführlichsten Agendas und einer ziemlich guten Übersicht über die Veranstaltungen bei uns, weiss ich, dass sehr viele kleine Bands sich absolut keine Mühe geben, Werbung für ihre Gigs zu machen. Die Schuld geben sie dann aber dem Veranstalter, wenn nur 5 Nasen kommen. Denkt ihr Bands auch an sowas oder Hauptsache ihr habt einen Gig?

Al:

Das ist sicher schade. Aber wir denken, dass sich da die Katze schon etwas in den Schwanz beisst, denn wir traten schon in Locations auf und einige davon haben – obwohl mehrmals von uns angekickt - die Werbung erst einige Stunden vor dem Gig auf Ihrer Webpage publik gemacht…oder eben gar nicht. Wir haben auch schon auf unsere Kosten für Auftritte in Locations Plakate drucken lassen usw… Zudem versenden wir wie oben erwähnt ziemlich regelmässig, je nach News und Programm, unsere CRASTHIME-Newsletter. Die Abonnentenanzahl hat bisher immer nur zugenommen. Aber klar, um weiterzukommen hilft es z.B., wenn man die Gelegenheit erhält, das Publikum für eine bekannte Band anheizen zu dürfen.

Barry:

Es sollte sich schon jeder, also Band und Veranstalter, bewusst sein, dass heute ohne Werbung nichts zu bewegen ist. Die Erfahrungen, die wir gemacht haben, sind wie oben Al schon erwähnt hat, auch sehr durchmischt. Ich denke auch, dass heutzutage in unserer Gesellschaft (zu) viele Faktoren passen müssen, damit sich jemand entscheidet, an ein Konzert mit weniger bekannten Bands zu gehen. So z. B. habe ich Zeit an diesem Datum, das Wetter, wie sind die ÖV-Verbindungen, wie hoch ist der Eintrittspreis, an welchem Wochentag ist der Gig, wie weit weg ist das Konzert usw.)

 

Wie ich auf eurer Homepage gesehen habe, stehen noch ein paar Gigs an bis Ende Jahr, und 2 Bestätigungen habt ihr auch schon fürs 2018. Ausser dem Gig zur CD-Taufe, den SWISS ATTACK präsentierte, habt ihr eure Auftritte noch in keiner CH-Agenda eingetragen lassen, wie ich überprüft habe. Nehmt ihr uns Webzines nicht ernst? Es wird der Tag kommen, wo vielleicht gar kein CH-Webzine was macht für kleinere Bands, da es wenige interessiert und trotzdem für uns immer viel Arbeit bedeutet!

Al:

Autsch, jetzt sind wir ins Offside getappt! Wie wir bei der Frage 7 erwähnt haben, hat jedes Bandmitglied seine Bereiche in der Band. Da kommt es schon vor, dass eine gewisse Zeit vergeht, bis jeder sein „Ämtli“ erfüllt, aber generell tragen wir unsere Termine ein. Wir werden uns diesen Punkt sicher zu Herzen nehmen und die Termindaten nach Erhalt einer Zusage rascher erledigen, denn ohne euch läuft dann nämlich gar nix mehr!

Barry:

Da hast du sicher Recht, da können wir noch nachlegen und das werden wir auch. Wie schon erwähnt, am besten kann man etwas bewegen, indem man zusammen arbeitet…in diesem Sinne…keep on rocking!


Fotos von Johann Seeber

CRASHTIME

ASTERION